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Was ist hier auf Eichenstamm los?

Seit März ist auf der Seite nichts mehr erschienen, schon vorher war mein Engagement maximal als dürftig zu bezeichnen. Jetzt hatte ich endlich die Motivation, um zumindest insgeheim und offline wieder ein bisschen Vorarbeit zu leisten, doch vermutlich wird es bis zu meiner Rückkehr doch noch ein bisschen länger dauern.

Höchste Zeit, euch mal kurz auf den letzten Stand zu bringen und zumindest zu erklären, warum ich nun so lange inaktiv war (und voraussichtlich bleiben werde).

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Allgemeiner Überblick

Runeninschriften treten bereits im älteren Futhark in sehr unterschiedlichen Längen auf: Von Einwortinschriften (meist ein Name) bis hin zu längeren Steinritzungen wie etwa auf dem Stein von Eggja mit 192 Runen ist alles dabei. Während bei solchen langen Inschriften auf freistehenden Steinen die Bezeichnung „Mitteilung” noch durchaus zutreffen mag, ist es bei vielen anderen Funden durchaus fraglich, inwiefern sie „mitteilsamen” Charakter haben (vgl. Düwel, S. 11): Auch diese Beobachtung spricht durchaus für die im zweiten Artikel angesprochene These, dass es sich bei Runen um eine Kult-, nicht um eine Gebrauchsschrift handelt.
Bei einigen Inschriften muss man sich gar fragen, ob sie überhaupt für das Auge fremder Personen gedacht waren, insbesondere dann, wen man von Inschriften spricht, die sich auf der Unterseite von Grabsteinen befinden (wie man es etwa für die Grabplatte von Kylver vermutet) oder von Broschen, deren Inschriften und Widmungen stets auf der Rückseite angebracht sind. Düwel nennt als Grund hierfür allerdings ausdrücklich den Platzmangel auf der Vorderseite wegen der dort angebrachten Ornamentik. Inwiefern man bei solchen Funden also von magischen Schutzformeln oder profanen Widmungen ausgehen muss, kann nicht abschließend geklärt werden.

Machen wir allerdings einen Schritt zurück und betrachten, was Runen überhaupt sind.

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Erklärung der Stichpunkte

Die folgende Liste erklärt die Stichpunkte, die ich bei den Unterseiten der einzelnen Rune verwende, um diese zu erklären. Ziel ist es, dem Leser zu verdeutlichen, bei welchem Punkten es sich um wissenschaftlich fundierte Erklärungen handelt, die als sicher übernommen werden können, und bei welchen Punkten meine eigene Interpretation mit hineinspielt und die ergo keinen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit haben.
Sofern in den Artikeln der Runen Namen von Personen angegeben werden, bezeichnen diese immer Wissenschaftler, es sei denn, es wird daneben anderes festgehalten. Wissenschaftliche Theorien sind mitunter natürlich nicht unumstritten, im Gegenteil sogar häufig Grundlage für heftige Diskussionen. Sofern mir bekannt und als wichtig bewertet, gebe ich solche wissenschaftlichen Streitigkeiten wieder.
Die 24 Runen, die so besprochen werden, gehören zum Älteren Futhark, auch wenn ich – sofern vorhanden – die Weiterentwicklungen der Rune in anderen Runenreihen mit abbilde. Diese anderen Runenreihen sind noch nicht in Bearbeitung und folgen auch nicht unbedingt.

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Artikel: Fehu

Die neue Unterseite zu Fehu wurde online geschaltet. Dort findest du Informationen zur sprachlichen Herkunft der Rune, zu möglichen Ableitungen der Zeichenformen, Interpretationen der Bedeutung sowie Runen, die mit Fehu in Verbindung stehen können.

 

 

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Vorgängerrunen und vorrunische Kultzeichen

Schon lange bevor die Germanen die Runenschrift entwickelten, sind für den nordgermanischen Raum Zeichen belegt, die gewisse Gemeinsamkeiten mit den Runen haben und sich teilweise in der Form ähneln. Diese Zeichen finden sich vor allem auf Felsplatten in Skandinavien wie in Südschweden und Südnorwegen, und entstammen der Bronzezeit, etwa von 2.000 bis 500 v. Chr. In Schweden sind sie unter dem Namen „hällristningar“, „Felsplattenritzungen“ bekannt. Ihr eigentlicher Charakter – magische Bilder, profane Zeichen oder „Zufallsfiguren“ (Krause) – ist allerdings nicht vollkommen erschlossen, auch wenn die Forschermeinung mittlerweile in eine Richtung tendiert.

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Runen als Kultschrift

Wie im letzten Artikel bereits erklärt, kann unter den Schrifttypen zwischen Kult- und Gebrauchsschrift unterschieden werden. Diese Frage ist keineswegs schmuckes Beiwerk und an sich unwichtig, sondern leitet vielmehr die gesamte Fragestellung nach der Bedeutung der Runen ein: Waren Runen magische Schriftzeichen, mit denen Schutzzauber und Flüche gewirkt werden konnten, oder sind sie als Schrift ebenso banal wie unser heutiges Alphabet, das lediglich dazu dient, Worte und Gedanken zeitlich zu fixieren und damit Erinnerung zu ermöglichen?

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass die Runenschrift schon sehr früh sowohl für kultische als auch für profane Zwecke verwendet wurde und wir Beispielfunde für beide Seiten haben. Diese Interpretationen sind allerdings in keinem Fall vollkommen sicher, denn insbesondere Runeninschriften des Älteren Futharks zeichnen sich durch Kürze und Knappheit aus, häufig bestehen sie etwa nur aus einem Wort oder Namen, an den noch ein „machte” angehängt wird: „Naþijo machte” (Schildfessel 2, Illerup, Dänemark) – handelt es sich hierbei schlicht um das stolze Vermerken, das Schmuckstück hergestellt zu haben, oder liegt dem Aufschreiben des eigenen Namens eine magische Handlung zugrunde?

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Die Bedeutung einer Schrift

Schrift ermöglicht es, Gedanken und Gesagtes in einer Form festzuhalten, die die Zeit überdauert und vom „Sender” losgelöst an jedem erdenklichen Ort rezipiert werden kann. Für Menschen oder ein Volk, das vor allem mündlich geprägt war, muss diese Möglichkeit magisch gewirkt haben: zeitlich und örtlich Begrenztes wird unbegrenzt. Vielleicht ist das einer der Gründe dafür, warum in vielen Kulturen Götter als Urheber der Schrift gelten, wie etwa Odin in der nordischen Mythologie (wenngleich er die Schrift nicht erfunden, sondern lediglich empfangen hat).

Das Alter der Schrift allgemein kann nicht genau bestimmt werden und verschwimmt in nebulöser Vorzeit: Man weiß also nicht, wann die erste Schrift erfunden wurde. Von einigen Schriften lässt sich feststellen, dass sie entlehnt wurden, doch die Herkunft dieser entlehnten Schrift wiederum wird häufig ab einem gewissen Grad undeutlich und unterliegt Mutmaßungen. Dies gilt auch für die Schrift der germanischen Völker, für die Runen, bei denen von einer Entlehnung auszugehen ist.

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Runes. An Introduction

Kurzinfos

Autor: Ralph Warren Victor Elliott

 

Verlag: Manchester University Press / St. Martin’s Press

 

Veröffentlichung: 1989 (1959)


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Die Angst vor dem Opfer

Der Glaube an die Götter ist uns nicht von Klein auf eingebrannt. Er ist für uns keine Selbstverständlichkeit, er ist nicht gesichert und selbst wenn uns die Götter wieder und wieder Beweise liefern, so zweifeln wir doch jedes Mal erneut. Denn Beweise von der „anderen” Welt sind schwerlich Beweise, wie man sie in unserer materiellen Welt als solche annehmen würde.
Und so zweifeln wir und zweifeln wir. An manchen Tagen fragen wir uns sogar, ob es die Götter überhaupt gibt. Ob das nicht alles ein großes Hirngespinst ist, eine Hoffnung, die wir nicht loslassen, um nicht alleine dazustehen. Wie sagen die Atheisten doch gleich? Man glaubt, weil man die Vorstellung fürchtet, dass da doch nichts ist. Dass uns die Leere und Sinnlosigkeit verschlingt.

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Löwe von Piräus

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Handbuch der Runenkunde

Kurzinfos

Autor: Helmut Arntz

 

Verlag: Edition Lempertz

 

Veröffentlichung: 2007 (1944, 1. Auflage 1935)


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Steinplatte von Kylver

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Gastartikelreihe: Die Rückkehr der Stämme

Eine Rückkehr der Ásatrú scheint auch Jahre nach der Gründung einer Vielzahl von Gruppierungen nicht gelungen: Die Bemühungen von Eldaring, Verein für Germanisches Heidentum und Co können im besten Falle halbherzig genannt werden.

Es krankt an einer Beschäftigung mit der Thematik, die über Quellenkritik und Geschichtsinteresse hinausgeht, es mangelt an interdisziplinären Versuchen, die Alte Sitte aufzuarbeiten: Nicht nur in alten Manuskripten, Runeninschriften und archäologischen Funden müssen wir unseren Kult wiederentdecken, sondern insbesondere im Menschen selbst. Soziologische und anthropologische Untersuchungen fehlen aber bis heute auf diesem Gebiet nahezu vollständig.

 

Askatasuna ist ein langjähriger Freund von mir; derjenige, mit dem ich am meisten gemein habe und von dem mich am meisten scheidet, der ewige Widersacher in Gesprächen und der Teufel, der meine Weltsicht wie kein anderer hinterfragt hat. Er hat sich bereit erklärt, seine Sicht der Dinge – die sozialwissenschaftliche – darzustellen. Nicht in allen Punkten stimmen wir überein, aber seine Analyse ist scharfsinnig und äußerst treffend. Sie untergräbt das „moderne Heidentum“ und fällt ein vernichtendes Urteil.

 

Der Text, für Eichenstamm leicht angepasst, ist komplex und schwierig – denn die Themen sind komplex und schwierig. Der Versuch einer umfassenderen Vereinfachung wurde rasch aufgegeben, der Inhalt hätte darunter gelitten. Insbesondere der erste Teil ist kompliziert, viele Grundlagen werden in wenige Zeilen gepresst. Aber sie sind notwendig, um die weiteren Gedankengänge nachzuvollziehen. Und: Es sind keine philosophischen Betrachtungen, die man sich interessehalber zu Gemüte führen möchte. Es sind Analysen und Zukunftsperspektiven, die jeden Asentreuen betreffen.

 

Aufgrund der Länge der insgesamt drei Artikel habe ich sie jeweils in der Mitte aufgetrennt und so in 6 kleinere Artikel aufgeteilt. Dadurch hoffe ich die Lesbarkeit zu erhöhen und der kurzen Konzentrationsspanne, die unsere Gesellschaft leider mitbringt (mich eingeschlossen), so etwas entgegen zu kommen.

Der erste Teil wird nächste Woche veröffentlicht.

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