Alte Sitte und Asentreue




Neuigkeiten

Eichenstamm ist zurück.

 

Nach viel zu langer Abstinenz habe ich die zurückliegenden Wochen damit verbracht, an neuen Artikeln für Eichenstamm zu schreiben. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf der Artikelreihe über Runen, die ich vor langer Zeit begonnen habe, außerdem sind neue Gedanken über die Alte Sitte in Arbeit.

 

Um dem allgemeinen Aufwand der Artikel und den privaten Angelegenheiten noch gerecht zu werden, werden die Artikel künftig nur noch am ersten Mittwoch des Monats erscheinen.

Gerade in Arbeit ...

... die Artikelreihe zu Runen, deren erste Beiträge bereits erschienen sind,

... die Unterseiten zu den Betrachtungen der einzelnen Runen, wo bisher lediglich Fehu online ist,

... eine neue Artikelreihe mit weiterführenden Gedanken zur Alten Sitte in unserer neuen Welt,

... und noch immer Teile der Webseite. Farbliche Ausrutscher (schlecht zu lesendes Giftgrün etwa) tun mir leid und werden auch noch behoben.

Neu dagegen ...

... ich habe endlich die Seite „Gelehrte” mit allen Unterseiten farblich angepasst.

... eine neue Unterseite „Gastartikel”, auf dem sämtliche Artikel anderer Autoren auf Eichenstamm gesammelt werden.

... eine neue Unterseite „Unsere Quellen” mit einer Aufzählung der uns zur Verfügung stehenden Quellen, um die germanische Mythologie zu rekonstruieren.

... eine neue Kategorie „Forschung”, unter der ich alte bereits bestehende Seiten neu strukturiert habe. Die Unterseite „Gelehrte” muss dringend überarbeitet werden, ich lasse sie dennoch online, da es sich nur um ein optisches, nicht um ein inhaltliches Problem handelt. Neu ist die Unterseite „Hilfswissenschaften”, wo sich von nun an die Seiten „Paläographie” und „Philologie” befinden.

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Allgemeine Begriffe

Die genaue Etymologie des Begriffes »Rune« ist umstritten, Grundsätzliches aber geklärt. Es kommt in allen germanischen Sprachen vor, gotisch »runa«, althochdeutsch »runa(stab)«, altenglisch »run«, altnordisch »rún« und mittelhochdeutsch »rûne«. Aufgrund der Lautverschiebung müsste sie im Neuhochdeutschen als »Raune« überliefert sein (siehe das Verb »raunen« mit derselben Wurzel). Tatsächlich aber muss das Wort irgendwann abhanden gekommen sein, erst im 17. Jahrhundert wurde es von den skandinavischen Sprachen übernommen und eingedeutscht: Rune.
Weitere Wortwurzeln finden sich in »Geraune« (gotisch »garuni«, althochdeutsch »giruni«) sowie in einigen Namen wie Sigrun, Heidrun, Gudrun usw. Außerdem ist es im Namen der Pflanze Alraune erhalten. Eine weitere etymologische Verbindung findet sich für das Mittelhochdeutsche »rienen«, was so viel wie »jammern« bedeutet. Das altirische »run« und das kymrische »rhin« führten zu der Vermutung, dass das germanische Wort dem Keltischen entlehnt wurde. Keine Verwandtschaft besteht vermutlich zum finnischen »runo« (Lied); die finnische Sprache hat keine indogermanischen Wurzeln.
»Rune« bedeutet so viel wie »Geheimnis«, Arntz führt außerdem »Kulthandlung« hinzu. Dies zusammen mit der ausschließlich kultisch-sakralen Verwendung von Runen weist stark darauf hin, dass es sich bei den Runen des Älteren Futharks um eine Kultschrift, nicht um eine Gebrauchsschrift handelte. Gerade die Namensritzungen auf Gegenständen wird allerdings nicht durchwegs kultisch interpretiert, im Gegenteil bestehen einige Forscher darauf, die Inschrift eines Personennamen oder der Gegenstandsbezeichnung auf dem Gegenstand selbst sei profan oder gar eine banale »Schreibübung«.

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Die formale Herleitung der Runen

In seinem Handbuch der Runenkunde spricht sich Helmut Arntz für eine Herkunft der Runen aus Oberitalien aus. Er vergleicht die dort gefunden Alphabete mit den einzelnen Runen und findet in mühsamer Kleinarbeit für immerhin 18 der 24 Runen eine norditalische Entsprechung. Das ist mehr als man für das lateinische, geschweige denn das griechische Alphabet finden konnte. Neben der großen Ähnlichkeit der Zeichen spricht auch eine geographische Nähe von den Germanen zu den norditalischen Völkern für eine Übernahme. Für den einleitenden Artikel siehe »Die norditalische These«. Im Folgenden werden die Runen einzeln hergeleitet, als Grundlage diente Arntz.

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Die norditalische These

Im Gegensatz zu der lateinischen und der griechischen These kommen bei der norditalischen These diverse Alphabete als Vorlage für die Runen in Betracht. Zahlreiche Funde in der Gegend um Norditalien belegen verschiedene Schriften, die sich ähneln, aber nicht identisch sind. Diese scheinen von der griechischen Schrift abzustammen und kommen ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. auf. Ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. werden sie allmählich von der lateinischen Schrift ersetzt, nachdem sie bereits zuvor mehr und mehr von lateinischen Buchstaben durchsetzt wurden.
Zu den Alphabeten zählen verschiedene Gruppen von Schriften und Sprachstufe, wobei nur eine davon etruskisch ist, die zweite keltisch, die letzte italisch. Aus diesem Grund ist die Bezeichnung „etruskisch” oder „nordetruskisch” eventuell irreführend — tatsächlich scheinen aber alle diese Schriften auf eine gemeinsame etruskische Wurzel zurückzulaufen.
Die Gruppen, in welche diese Schriften eingeteilt werden, sind jeweils nach einem Hauptfundort benannt, die Schrift selbst reicht geographisch darüber hinaus (Arntz, folgende Aufzählung übernommen aus dem RGA).

  1. Die venetische Sprache und Schrift (zur italischen Sprache gehörend), welche die Varianten von Este, Padua, Vicenza, Cadore, Gailtal und dem Isonzo-Gebiet beinhaltet.
  2. Die rätische Sprache und Schrift (zur etruskischen Sprache gehörend), die sich vor allem um das Etsch- und Eisack-Gebiet verteilt. Hierbei unterscheidet man außerdem die Typen von Magré, von Bozen und von Sondrio.
  3. Die lepontische Sprache und Schrift (zur keltischen Sprache gehörend), die sich um den Lago Maggiore und Lago di Como verbreitet.


Es ist relativ unwahrscheinlich, dass nur eine der Schriften als Vorlage für die Runen herhielt (sofern man die norditalische These überhaupt in Erwägung zieht). Vielmehr finden sich Übereinstimmungen in den verschiedensten Alphabeten, die sich allerdings allesamt auf Norditalien lokalisieren lassen.
Heute ist norditalische These nicht die favorisierte. Elmar Seebold schreibt dazu:

 

„Die Forschungsdiskussion war von Anfang an dadurch belastet, dass sich der Hauptvertreter dieser Hypothese, Marstrander, auf die Inschrift des Knochenpfriems von Maria Saal stützte, die wenig später als Fälschung erwiesen wurde.”
Seebold in: RGA 21, S. 312

 

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