Alte Sitte und Asentreue




Neuigkeiten

Eichenstamm ist zurück.

 

Nach viel zu langer Abstinenz habe ich die zurückliegenden Wochen damit verbracht, an neuen Artikeln für Eichenstamm zu schreiben. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf der Artikelreihe über Runen, die ich vor langer Zeit begonnen habe, außerdem sind neue Gedanken über die Alte Sitte in Arbeit.

 

Um dem allgemeinen Aufwand der Artikel und den privaten Angelegenheiten noch gerecht zu werden, werden die Artikel künftig nur noch am ersten Mittwoch des Monats erscheinen.

Gerade in Arbeit ...

... die Artikelreihe zu Runen, deren erste Beiträge bereits erschienen sind,

... die Unterseiten zu den Betrachtungen der einzelnen Runen, wo bisher lediglich Fehu online ist,

... eine neue Artikelreihe mit weiterführenden Gedanken zur Alten Sitte in unserer neuen Welt,

... und noch immer Teile der Webseite. Farbliche Ausrutscher (schlecht zu lesendes Giftgrün etwa) tun mir leid und werden auch noch behoben.

Neu dagegen ...

... ich habe endlich die Seite „Gelehrte” mit allen Unterseiten farblich angepasst.

... eine neue Unterseite „Gastartikel”, auf dem sämtliche Artikel anderer Autoren auf Eichenstamm gesammelt werden.

... eine neue Unterseite „Unsere Quellen” mit einer Aufzählung der uns zur Verfügung stehenden Quellen, um die germanische Mythologie zu rekonstruieren.

... eine neue Kategorie „Forschung”, unter der ich alte bereits bestehende Seiten neu strukturiert habe. Die Unterseite „Gelehrte” muss dringend überarbeitet werden, ich lasse sie dennoch online, da es sich nur um ein optisches, nicht um ein inhaltliches Problem handelt. Neu ist die Unterseite „Hilfswissenschaften”, wo sich von nun an die Seiten „Paläographie” und „Philologie” befinden.

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Buchbesprechung: „Ruf der Runen“ von Igor Warneck

Inhaltlich trifft Igor Warneck mit seinem Runenbuch genau den Kern derer Runenbücher, vor denen ich immer wieder warne. Runengesänge, Runentänze, Runeninterpretationen, die dem modernen Menschen bestens angepasst wurden – all diese Dinge geben den Eindruck, bei den Runen handle es sich um Werkzeuge für das perfekte, ausgeglichene Leben. Tatsächlich aber fehlt es an fundamentiertem Wissen, an Erfahrungen, die über die esoterischen Runen hinausgehen, an einem komplexen Bild, was Runen denn eigentlich bei den Germanen waren – und nicht, wozu sie im 20. und 21. Jahrhundert gemacht wurden.

Ich beginne chronologisch.

 

[…] Irgend etwas in mir wußte etwas über die Runen, doch ich kannte „es“ nicht. „Es“ regte sich immer wieder auf: über Literatur zu den Runen, über Wissende, Meister und Druiden, und ich rebellierte. […] Bücher zum Thema konnte ich liegen lassen, mich nach innen wendend, meinem wissenden „Es“ folgend, auf der Suche nach dem Wissen der Runen. […] Ich begab mich auf den Weg, die Runen selbst kennenzulernen, ohne die Umwege über theoretische Quellen. Ich kannte die Zeichen, ich kannte die Namen, das war es. Den Rest brachte mir „Es“ bei.

 

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Allgemeine Begriffe

Die genaue Etymologie des Begriffes »Rune« ist umstritten, Grundsätzliches aber geklärt. Es kommt in allen germanischen Sprachen vor, gotisch »runa«, althochdeutsch »runa(stab)«, altenglisch »run«, altnordisch »rún« und mittelhochdeutsch »rûne«. Aufgrund der Lautverschiebung müsste sie im Neuhochdeutschen als »Raune« überliefert sein (siehe das Verb »raunen« mit derselben Wurzel). Tatsächlich aber muss das Wort irgendwann abhanden gekommen sein, erst im 17. Jahrhundert wurde es von den skandinavischen Sprachen übernommen und eingedeutscht: Rune.
Weitere Wortwurzeln finden sich in »Geraune« (gotisch »garuni«, althochdeutsch »giruni«) sowie in einigen Namen wie Sigrun, Heidrun, Gudrun usw. Außerdem ist es im Namen der Pflanze Alraune erhalten. Eine weitere etymologische Verbindung findet sich für das Mittelhochdeutsche »rienen«, was so viel wie »jammern« bedeutet. Das altirische »run« und das kymrische »rhin« führten zu der Vermutung, dass das germanische Wort dem Keltischen entlehnt wurde. Keine Verwandtschaft besteht vermutlich zum finnischen »runo« (Lied); die finnische Sprache hat keine indogermanischen Wurzeln.
»Rune« bedeutet so viel wie »Geheimnis«, Arntz führt außerdem »Kulthandlung« hinzu. Dies zusammen mit der ausschließlich kultisch-sakralen Verwendung von Runen weist stark darauf hin, dass es sich bei den Runen des Älteren Futharks um eine Kultschrift, nicht um eine Gebrauchsschrift handelte. Gerade die Namensritzungen auf Gegenständen wird allerdings nicht durchwegs kultisch interpretiert, im Gegenteil bestehen einige Forscher darauf, die Inschrift eines Personennamen oder der Gegenstandsbezeichnung auf dem Gegenstand selbst sei profan oder gar eine banale »Schreibübung«.

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Die formale Herleitung der Runen

In seinem Handbuch der Runenkunde spricht sich Helmut Arntz für eine Herkunft der Runen aus Oberitalien aus. Er vergleicht die dort gefunden Alphabete mit den einzelnen Runen und findet in mühsamer Kleinarbeit für immerhin 18 der 24 Runen eine norditalische Entsprechung. Das ist mehr als man für das lateinische, geschweige denn das griechische Alphabet finden konnte. Neben der großen Ähnlichkeit der Zeichen spricht auch eine geographische Nähe von den Germanen zu den norditalischen Völkern für eine Übernahme. Für den einleitenden Artikel siehe »Die norditalische These«. Im Folgenden werden die Runen einzeln hergeleitet, als Grundlage diente Arntz.

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