Was ist hier auf Eichenstamm los?

Seit März ist auf der Seite nichts mehr erschienen, schon vorher war mein Engagement maximal als dürftig zu bezeichnen. Jetzt hatte ich endlich die Motivation, um zumindest insgeheim und offline wieder ein bisschen Vorarbeit zu leisten, doch vermutlich wird es bis zu meiner Rückkehr doch noch ein bisschen länger dauern.

Höchste Zeit, euch mal kurz auf den letzten Stand zu bringen und zumindest zu erklären, warum ich nun so lange inaktiv war (und voraussichtlich bleiben werde).

Ein Strudel an Neuerungen

In den letzten elf Monaten nahm die Zeit für all die Dinge, die ich gewöhnlich in meiner Freizeit tue, rapide ab. Neben einer festen Arbeit und dem gleichzeitig zu beendenden Studium kamen weitere Aspekte hinzu, die ich erst einmal neu einsortieren musste: Überforderung, deren Herkunft ich nicht einordnen konnte; gesundheitliche Kleinigkeiten, die mich immer wieder ausbremsten; die völlige Unfähigkeit, mich auf Tätigkeiten zu konzentrieren, die mich jahrelang ausgemacht hatten und deren Abstinenz mir nach und nach das Gefühl für meine Identität raubten; und schließlich und endlich eine zeitintensive Beziehung, deren Priorität immer ganz oben lag, die aber Kompromisse verlangte, mit denen ich erst umzugehen lernen musste.

Zeit für Rituale oder die Götter fand ich kaum noch. Auch die Blogartikel für Eichenstamm musste ich bald ganz hintenanstellen und ließ sie beinahe den ganzen Herbst, Winter und Frühling ausfallen. Da diese Artikel für mich eine Art zwingende Beschäftigung mit dem Thema Asentreue einmal die Woche sind und so garantieren, das Thema nicht aus dem Auge zu verlieren, fiel mir diese Entscheidung alles andere als leicht.

Aufgrund meiner Unfähigkeit, mit einer Fernbeziehung dauerhaft zurechtzukommen, entschlossen mein Freund und ich uns dazu, im April zusammenzuziehen. Das Pendeln zuliebe der Beziehung ersetzte ich durch Berufspendeln. Versuche, meine Wochenstunden auf zwei Tage die Woche zu konzentrieren, gaben mir anfangs gute Hoffnung, wurden dann aber dadurch gestört, dass unerwartete Sitzungen und andere berufliche Pflichten auf weitere Wochentage verteilt wurden.

In den Momenten, wo sich mein Kopf endlich etwas klärte, versagte mein Computer regelmäßig den Dienst, bis er schließlich vor einem Monat vollständig das Zeitliche segnete. Mit dem neuen Computer gab es bis vor einer Woche durchwegs nur Schwierigkeiten, Programme, die wohl nur pro forma installiert waren und eins nach dem anderen abliefen, lästige Feinheiten wie die Unmöglichkeit ein deutsches Microsoft-Office-Paket zu installieren, wodurch alle intuitiven Tastenkürzel plötzlich hinfällig wurden, und so weiter - bestimmt kennt ihr diese technischen Idiotien.

Schließlich und endlich hat sich nun herausgestellt, dass das Programm, mit dem ich die Artikel von Eichenstamm schreibe und sortiere, irgendeine Aktualisierung nicht vollständig vorgenommen hat. Der Stand des Programms ist vor ungefähr einem Jahr liegen geblieben, was bedeutet, dass sämtliche Artikel zu den Runen, sämtliche Vorarbeiten, was Quellenangaben und Organisationsbeiwerk zu dem Thema angeht, vollständig inexistent geworden sind. An weitere unveröffentlichte Artikel, die mir gerade nicht in den Sinn kommen und die auch verloren sind, möchte ich gar nicht denken.

Kurzum: Anstatt dort weiterzumachen, wo ich aufgehört habe, steht nun ein Neuanfang bevor. Dass es ausgerechnet dieses komplexe Thema Runen betrifft, für das ich dutzende Artikel zusammengefasst und thematisch sortiert hatte, stellt meine Motivation auf eine kleine Geduldsprobe. Natürlich werde ich dennoch weitermachen - aber mit Sicherheit nimmt ein Neubeginn weit mehr Zeit in Anspruch als ich ursprünglich vermutet hatte.

Eine letzte Neuheit

Es gibt einen weiteren Grund dafür, dass mein Freund und ich so rasch und dringend zusammenziehen wollten: Seit Mitte Februar wissen wir, dass wir ein Kind erwarten. Die Schwangerschaft ist deutlich kraftintensiver als wir beide es uns vorgestellt haben - dem Kind geht es gut, aber für mich sind viele Dinge, die ich früher problemlos machen konnte, inzwischen erschwert. Umso wichtiger ist mir in meiner freien Zeit aber auch, diese Kraftreserven für meine Beziehung und das noch Ungeborene aufzuwenden.

Ich mache mir nichts vor - wenn unser Sohn erst einmal da ist, wird es mit zeitlicher Organisation nochmal weitaus schwieriger. Insbesondere deswegen kann ich in Bezug auf Eichenstamm auch für die Zukunft keine Versprechungen machen. Ich muss meine Prioritäten in nächster Zeit einfach anders setzen - aber ich denke, dafür wird jeder Verständnis haben.

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Kommentare: 7
  • #1

    Tsaphyre (Sonntag, 30 Juni 2019 14:13)

    Ohhhhhh, das sind ja wundervolle Neuigkeiten! Ein kleines Kelpie-Baby ist auf dem Weg. <3 Ich freu mich für Dich.

    Ja, es stimmt, so ein Knirps wird einen Großteil Deiner Zeit und Energie fordern. Ärmel hochkrämpeln und Leben umkrämpeln! ;-)

    Ich wünsche Dir, Deinem Liebsten und dem Kleinen (noch) in Deinem Bauch gaaaanz viel Glück und Freude. Und Dir trotz aller Veränderungen genug Zeit und Kraft, Deinen eigenen Bedürfnissen Raum zu schenken.

  • #2

    Eichenstamm (Sonntag, 30 Juni 2019 16:42)

    Hej Tsaphyre. Schön mal wieder von dir zu lesen (und überraschend für mich, dass ich dich hier immer noch als Leserin habe)!

    Herzlichen Dank für deine guten Wünsche. Ich freue mich :)
    Ich hoffe, bei dir ist auch alles in bester Ordnung!

    Liebe Grüße

  • #3

    Tsaphyre (Montag, 01 Juli 2019 18:46)

    Ich war für 1,5 Jahre ganz raus aus dem Internet (außer für die Arbeit natürlich), sowohl lesend als auch schreibend, bin also eher 'wieder' hier, nicht 'noch'. ;-) 2018 war eine sehr schwierige Zeit für uns, aber jetzt wird alles zunehmend besser!

    Du hast ja ganz schön viel geschrieben hier, viel Lesestoff für mich. :-)) Und endlich mal etwas Fundiertes über das Thema, ich freue mich darauf!

    Wir werden uns sicher immer wieder hier oder im Forum über den Weg laufen. Ich mag Dich nicht gänzlich aus den Augen verlieren, auch wenn wir uns über lange Strecken nicht begegnen. <3

    Grüßli :-)

  • #4

    Eichenstamm (Dienstag, 02 Juli 2019 08:29)

    Letzten Endes sind wir uns auf die eine oder andere Weise immer nochmal begegnet ;) Ich mache mir keine Sorgen, dass das diesmal anders sein sollte.

    Bei Gelegenheit oder wenn du darüber erzählen möchtest, wäre ich interessiert daran, was dir im letzten Jahr zugestoßen ist - als wir uns zuletzt gesehen und gehört haben, klang ja alles noch recht positiv ...

    Wir lesen uns! Bis dann!

  • #5

    Tsaphyre (Dienstag, 02 Juli 2019 17:56)

    *haha* Da war das Schlimmste schon vorbei. Ich schreibe Dir am besten per Email oder so, gehört nicht in die Öffentlichkeit.

    Außerdem geht es hier schließlich um Runen und Götter! :-))

  • #6

    Ingmar (Donnerstag, 11 Juli 2019 16:18)

    Hey, herzlichen Glückwunsch. Das sind ja tolle Neuigkeiten. :-) Ich finde den Gedanken immer wieder schön, dass unsere Kinder von klein auf mit der Ásatrú, unserer Alten Sitte, in Berührung kommen. Vielleicht auch, dass sie ganz natürlich hineinwachsen...
    Herzliche Grüße, Ingmar

  • #7

    Eichenstamm (Montag, 22 Juli 2019 23:43)

    Hallo Ingmar,

    das ist genau das, was ich mir für meine Kinder wünschen würde. Mal sehen, wie viel sich von diesen Wünschen dann letztendlich umsetzen lassen wird ...

    Beste Grüße!