Odin, Thor und Freyja. Skandinavische Kultplätze des 1. Jahrtausends n. Chr. und das Frankenreich

Kurzinfos

Autor: Sandie Holst, Egon Wamers

 

Verlag: Schnell & Steiner

 

Veröffentlichung: 2017


Gestaltung

Informationen

Quellentreue


Das Buch "Odin, Thor und Freyja" ist ein Begleitband zu der gleichnamigen Museumsausstellung in Frankfurt am Main, welche in Zusammenarbeit mit eben jenem Archäologischen Museum Frankfurt und dem Dänischen Nationalmuseum Kopenhagen im Frühjahr 2017 verwirklicht wurde. Im Vordergrund stehen hierbei also vor allem archäologische Funde, die durch Textstellen verschiedenster mittelalterlicher Quellen aufbereitet werden.

Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der Vorstellung unterschiedlichster Funde sowie auf dem Vergleich von dänischen und fränkischen Fürstenresidenzen. Dabei sticht vor allem Tissø heraus, bemerkenswert wegen seiner schieren Größe und der Zahl der Ausgrabungsstücke. Neben Alltagsgegenständen gehört dazu eine Masse an religiösen Objekten, die geopfert wurden (Tierknochen, Waffen, Schmuck), bzw. Rückstände kultischer Plätze. So ergibt sich für Tissø das Bild einer gewaltigen Königsresidenz mit großer Halle, Handels- und Handwerksplätzen sowie einem gewaltigen Kultareal mit Tempel, Opferbrunnen und Opferseen.
Durch die Forschungsarbeit konnte reges Leben am Hofe belegt werden, festliche Bankette etwa, Handel und ausschweifende Opferriten.

In dieser Hinsicht ist das Buch eine klare Empfehlung wert. Die Seiten sind bildgewaltig gestaltet, die Texte kurz und prägnant. Zahllose Funde sind dargestellt, ebenso Rekonstruktionen von Tissø, ein Götterstammbaum und Karten von Nordeuropa und dem Frankenreich.
Leider nur stiefmütterlich behandelt wird das Thema, welches das Buch groß im Titel trägt: Zwar werden alle drei Götter, Odin, Thor und Freyja (und im Kapitel von Tissø auch Týr) kurz behandelt, insgesamt gibt es aber kaum bis nichts Neues über die heidnische Götterwelt. Das ist insbesondere deswegen schade, weil im Vorwort explizit darauf hingewiesen wird, dass sich neue Erkenntnisse ergeben hätten. Zwar muss man dem Forscherteam zugute halten, dass die Fundstücke von Götter- und Walkürendarstellungen die literarische Überlieferung ergänzen bzw. bestätigen, neue Erkenntnisse sucht man allerdings vergebens.

Nichtsdestotrotz erweitert das Buch den persönlichen Blick auf das Thema deutlich, indem es dem Leser auf realistische Art und Weise das tatsächliche Leben von mittelalterlichen Skandinaviern vor Augen führt und verdeutlicht, wie eng sie und das Frankenreich einander beeinflusst haben.

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